Und-Konto

Im Gegensatz zum häufiger vorkommenden „Oder-Konto“ sind das Und-Konto betreffende Aufträge nur von allen Kontoinhabern gemeinsam zu erteilen. Verfügungen einzelner Kontoinhaber ein Und-Konto betreffend darf das kontoführende Kreditinstitut nicht ausführen.

Führen mehrere Personen ein gemeinsames Konto, so muss die Art des Zugriffs auf das Konto geregelt sein. Wird das Konto als Und-Konto geführt, müssen sämtliche Aufträge das Konto betreffend von allen Kontoinhabern autorisiert werden, d.h. mit Unterschrift oder elektronischer Autorisierung versehen sein. Dies betrifft sowohl Verfügungen über das Kontoguthaben als auch die Vergabe von Vollmachten an Dritte sowie auch die Auflösung des Kontos selbst. Ein Kontoinhaber allein darf hingegen keine Aufträge erteilen.
In der Praxis verkompliziert diese Art der Kontoführung den Zugriff der einzelnen Kontoinhaber auf das Kontoguthaben. Überweisungsformulare müssen von allen Kontoinhabern unterschrieben sein, elektronische Transaktionen per Online-Banking müssen von allen Kontoinhabern freigegeben werden. Da dies insbesondere bei einer höheren Anzahl an Kontoinhabern auch technisch sehr kompliziert ist, bieten nicht alle Banken die elektronische Kontoführung für Und-Konten an. Verfügungen am Bankomaten sind bei Und-Konten gar nicht möglich, da Bankomatenkarten stets für eine Person ausgestellt sind und eine gemeinsame Autorisierung einer Abhebung am Bankomaten daher nicht möglich ist.
Und-Konten werden aufgrund der wenig alltagstauglichen Verfügungsmöglichkeiten hauptsächlich im geschäftlichen Geldverkehr eingesetzt. Im privaten Bereich treten Und-Konten beispielsweise bei Erbengemeinschaften auf.

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