Oder-Konto

Was ist ein Oder-Konto?

Bei einem Oder-Konto sind alle Kontoinhaber bevollmächtigt, Transaktionen auf dem Gemeinschaftskonto durchzuführen, unabhängig von den anderen Kontoinhabern. Das bedeutet, dass Überweisungen von einem der Kontoinhaber getätigt werden können, ohne Zustimmung der anderen. Daueraufträge dürfen von jemandem der Beteiligten eingerichtet werden, Rückbuchungen vorgenommen werden und die Aufnahme eines Kredits kann beantragt und auf das Konto überwiesen werden. Sämtliche Transaktionen können ohne die Zustimmung der anderen Verfügungsberechtigten vonstattengehen.

Welche Vorteile bietet ein Oder-Konto?

Für die Kontoinhaber eines Oder-Kontos ergeben sich die Vorteile, wenn sie beispielsweise eine gemeinsame Haushaltsführung haben, flexibler sind und mit wenig Zeitaufwand agieren können. Aus diesem Grund eignen sich Oder-Konten gut für Paare und andere Lebensgemeinschaften, die sich regelmäßig mit gemeinsamen Ausgaben beschäftigen müssen.

Gibt es Nachteile beim Oder-Konto?

Bei einem Oder-Konto haften beide oder mehrere Kontoinhaber immer gesamtschuldnerisch. Wenn sich einer der Berechtigten überschuldet hat, kann das Finanzamt das auf dem Konto befindliche Guthaben pfänden. Im Klartext kann das bedeuten, dass bei zwei Verfügungsberechtigten, der andere Kontoinhaber für die Schulden des anderen bezahlen müsste und bei mehreren Verfügungsberechtigten müssten die anderen sich die Schulden teilen. Auch dann, wenn sie diese gar nicht mit verursacht haben. Ein Gemeinschaftskonto sollte immer unter den Voraussetzungen eröffnet werden, wenn alle Kontoinhaber einander vertrauen und es in Ordnung ist, dass jeder über die Finanzen des anderen informiert ist. Tritt der Tod von jemandem ein, müssen die noch lebenden Kontoinhaber, die dann allein verfügungsberechtigt sind, möglichen Erben ihren Erbteil ausbezahlen.

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